2014 hat Jimi Jamison, seines Zeichens ehemaliger Sänger von Survivor und nach seinem Ausstieg auf Solopfaden unterwegs, plötzlich und unerwartet die Bühne des Lebens für immer verlassen.
Und wenn man ehrlich ist, hat kein zeitgenössischer Vocalist es bislang geschafft, diese Lücke auch nur im Ansatz zu füllen. Zu einzigartig war Jamisons Organ, zu vielen Klassikern hat er im Laufe seiner Karriere eine Stimme verliehen.
Umso erfreulicher, dass uns Frontiers nun in Form von „1998 Live Hits“ einen Livemitschnitt kredenzen, der es wahrlich in sich hat.
Aufgenommen 1998 während drei US-Sologigs in Little Rock,Nashville und Bettendorf, werden wir Zeuge eines musikalischen Feuerwerks sondergleichen.
Schon der Opener „Burning Heart“ ( wohl dem, der in der komfortablen Situation ist einen seiner größten Hits bereits zu Anfang zu verbraten ) deutet an, die Band hat Bock.
Jamison ist großartig bei Stimme und intoniert den „Rocky IV“ Soundtrack mit einer beeindruckenden Inbrunst, Gitarrist Chris Adamson ergänzt den alten Gassenhauer mit eigenen Akzenten und das Publikum ist hörbar begeistert.
Und diese hochklassige Performance zieht sich über das gesamte Album.
Seien es erwartbare Hits wie „I can`t Hold Back“ und „I see you in Everyone“ oder weniger bekannte Nummern wie das Solostück „Rock Hard“, die Songs werden mit einer derartigen, im positiven Sinne, Perfektion dargeboten, dass einem eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken läuft.
Bemerkenswert: Mit der Coverversion von „Riders on the Storm“ (The Doors) hat sich ein Song in die Setlist geschlichen, der nicht unbedingt zu erwarten war. Schließt man die Augen, könnte man meinen Jim Morrison persönlich wäre wieder auferstanden. Saustark.
Auch der Titelsong vom sträflich unterschätzten Survivor Werk „Too Hot to Sleep“ (1988 ) wird mit einer derartigen Energie dargeboten, der den weißgott schon nicht schwachen Studiotrack ziemlich alt aussehen lässt.
Ergänzt wird das Album durch ein schönes Booklet mit Linernotes von alten Weggefährten und einer für das Alter der Aufnahmen hervorragend aufbereiteten Produktion.
Wer auch nur im entferntesten etwas mit AOR anfangen kann, der MUSS diese Scheibe einfach haben.
Eine der schönsten und wichtigsten Veröffentlichungen der letzten Jahre.

