KARO

Platz 105

KARO

Heavy Birthday
1988
612 Punkte
My Score 91%
Community Score 0.0%

Reviewed by:

1. Wanna Be Loved
2. One of a Kind
3. Still Hate to Lose
4. Sister, Sister
5. Ball of Fire
6. Call of the Wild
7. No-Mans Land
8. Out on the Line
9. Cold Shoulder
10. Nobody’s Fool

Laufzeit: 38:54

Lutz Salzwedel Vocals
Karo Straub Keyboards
Erich Holstein Guitar
Dieter Seeburg Bass
Ronald Bosien Drums

“Live aus dem Schlachthof” war in den 80ern für die Jugend in Bayern ein absolutes Muss. Beim Nachfolger von “Live aus dem Alabama” diskutierten Jugendliche offen und live im Bayerischen Fernsehen über damals aktuelle Themen und so unterhielt man sich am 21.03.1988 über “Heavy Metal”. Zwischen der nicht besonders ergiebigen Diskussion gab es Liveauftritte von den damals sehr angesagten VENGEANCE und SKID ROW – sowie von einer neuen deutschen Band mit dem Namen KARO, welche mit ihrer Single ‘Sister Sister’ nicht nur mir ein freudiges Grinsen ins Gesicht zauberte.

KARO waren in erster Linie die Band von Namensgeber und Keyboarder Karo Straub, sowie Sänger Dan Lucas, der damals noch unter seinem bürgerlichen Namen Lutz Salzwedel auftrat. Zumindest letzterer war in der einstigen DDR als Sänger von KARUSSEL kein Unbekannter. Heavy Birthday hatte jedoch mit DDR Pop/Rock nichts am Hut. Harter Rock war 1988 in und somit wollte man sich wohl ein Stückchen vom Hardrock-Geburtstagskuchen abschneiden – was vielleicht auch das tolle Cover-Artwork suggerieren sollte.

Wobei man das “Hard” im Rock im Falle des knapp an der Top-100-Platzierung gescheiterten Albums ruhig sehr klein schreiben darf, denn die Melodien und Arrangements sind teilweise schon sehr nah am Poprock und als Vergleich würde ich am ehesten die softeren HONEYMOON SUITE heranziehen. Allerdings zusätzlich mit dem damals typischen deutschen Hardrock-Trademarks, die man von Bands wie CRAAFT, KINGDOM oder AIDEAN kannte – das Ganze garniert mit sehr vielen Keyboardeinsätzen von Karo Straub.

‘Sister Sister’ ist aber mitnichten der einzige Hit auf dem von Tony Platt auf internationalem Niveau produzierten Debüt: Einzelne Songs herauszupicken ist fast unmöglich auf einem Album ohne Schwächen – und das obwohl die Nummern vor Abwechslung nur so strotzen und durch die Bank mit Ohrwurmrefrains ausgestattet sind. Und doch ist es wie oftmals diese eine Nummer, die noch heller strahlt als der Rest dieses Fabelwerks und das ist bei vorliegendem Album der Rausschmeißer ‘Nobody’s Fool’. Hier feuert die Band wirklich aus allen Rohren und kredenzt uns einen der besten Melodicrocksongs überhaupt.

Zwischen melodischen Hardrock/Sleaze und Heavy Metal war 1988 die Luft für deutschen AOR ziemlich dünn und somit gelang den Berlinern auch nur ein Achtungserfolg, zu dem auch Tourneen im Vorprogramm von MEAT LOAF und NENA (Karo Straub war damals Nena’s Klavierlehrer) gehörten. Zu einem offiziellen Nachfolger von Heavy Birthday sollte es nie kommen. 2019 jedoch kramte der Keyboarder in den Archiven und beglückte die Rockwelt mit Heavy Birthday II und III. Hierauf sind Demos der Band enthalten, welche noch in den 80ern entstanden sind. Eine Reunion bleibt aber unwahrscheinlich, da sowohl Gitarrist Erich Holstein als auch Schlagzeuger Ronnie Bosien leider bereits verstorben sind. Dan Lucas veröffentlichte nach dem Split einige beachtliche Soloalben und machte 2019 mit dem Sieg bei “The Voice Senior” in Deutschland erneut auf sich aufmerksam.

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