TOBRUK

Platz 124

TOBRUK

Wild On The Run
1985
513 Punkte
My Score 92%
Community Score 0.0%

Reviewed by:

1. Wild on the Run 4:25
2. Falling 3:54
3. Running from the Night 3:54
4. Hotline 3:14
5. Rebound 4:38
6. Poor Girl 3:40
7. She’s Nobody’s Angel 4:25
8. Breakdown 3:23
9. Going Down for the Third Time 5:47

Laufzeit: 41:12

Mike Brown bass, vocals
Snake lead vocals
Nigel Evans guitar, vocals
Mick Newman guitar
Jem Davis keyboards
Eddie Fincher drums

Was ich an der Musikrichtung AOR vor allem – neben der Melodie – schätze, ist ihre Vielseitigkeit. Beispiele gibt es zur Genüge. Eines stellt das anno 1985 erschienene Debüt von TOBRUK dar: das Album lässt sich nicht nur dem AOR, sondern auch der NWOBHM der melodischen Prägung zuordnen (nicht ohne Grund erschien die Debüt-Single auf dem NWOBHM-Flagschiff Neat Records; zudem trat man seinerzeit des Öfteren als Live-Support von DIAMOND HEAD auf).

Da der Name der Band in den AOR-Kreisen aber leider nicht allzu oft fällt, kann hier schon durchaus davon ausgegangen werden, dass es sich bei Wild On The Run um einen mittelschweren Geheimtipp handelt.

Für mich persönlich stellt Wild On The Run einfach eines der unterbewertetsten und zugleich besten Melodic Rock-Alben der 80er dar – die Erwähnung in der AOR-Bibel ist daher absolut gerechtfertigt. Es bietet einfach qualitativ extrem hochwertigen, vielseitigen und ausgezeichnet produzierten (härteren) Melodic Rock mit einer ausgewogenen Mischung aus typisch britischen (Vergleich: HEAVY PETTIN‘ / URIAH HEEP zu den Abominog/ Head First-Zeiten) wie auch US-amerikanischen Einflüssen (Vergleich: die Debüts von BON JOVI / ALDO NOVA). TOBRUK hatten ein starkes Gespür für eingängige, und zugleich nachhaltige, hochmelodische Songs mit tollen Vokals und kernigen (ja, sogar teilweise messerscharfen) Gitarren- (und Keyboard-) Sounds – bestes Beispiel dazu ist der geniale Titelsong, der das Album eröffnet.

Wie das effiziente Songwriting mit Fokus auf Drive und zugleich Melodie, und dennoch ohne unnützen Pathos funktioniert, ist den weiteren Songperlen – neben dem bereits erwähnten Titelsong – wie ‚Breakdown‘, ‚Falling‘, ‚Poor Girl‘oder ‘She’s Nobody’s Angel‘ nachzuhören. Die Songs (die übrigen, nicht erwähnten 4 Songs fallen qualitativ kaum ab) schlagen auch heute wie eine Bombe ein.

Dass das Album auch heute sehr gut hörbar ist, ist dem damals sehr gefragten Produzenten Lance Quinn (unter anderem BON JOVI / LITA FORD) zu verdanken, der hier eine der besten Leistungen seiner Karriere abgeliefert hat.

Wild On The Run ist das Magnum Opus von TOBRUK – der halbgare Nachfolger Pleasure + Pain konnte weder musikalisch überzeugen, noch in Bezug auf die Popularität der Band signifikante Beiträge leisten. Zudem ist die zweite Hälfte der 80er nicht unbedingt als Höhepunkt des (melodischen) NWOBHM bekannt. All das führte dazu, dass Wild On The Run schon damals nicht die Anerkennung erhalten hat, die es verdient hat und heute erst recht leider ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Der Klasse von Wild On The Run tut das keinen Abbruch – das Album ist und bleibt für mich ein zeitloser Klassiker.

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