AIRRACE

Platz 62

AIRRACE

Shaft Of Light
1984
836 Punkte
My Score 93%
Community Score 0.0%

Reviewed by:

1. I Don’t Care 3:37
2. Promise to Call 4:13
3. First One Over the Line 3:20
4. Open Your Eyes 2:56
5. Not Really Me 3:02
6. Brief Encounter 4:31
7. Caught in the Game 3:28
8. Do You Want My Love Again 3:25
9. Didn’t Wanna Lose Ya 3:25
10. All I’m Asking 3:16

Laufzeit: 35:47

Jim Reid bass, guitars
Keith Murrell vocals, backing vocals
Toby Sadler keyboards, bass, backing vocals
Laurie Mansworth lead guitars, guitars, backing vocals
Jason Bonham drums

Was haben britische NWOBHM-Schwergewichte wie etwa die TYGERS OF PAN TANG, DIAMOND HEAD oder DEF LEPPARD gemeinsam? War man im Underground mit den rohen Metalsongs durchaus erfolgreich, so wollte man durch eine melodischere Ausrichtung am Ende der New Wave Of British Heavy Metal eine noch breitere Hörerschaft erreichen. Heute wissen wir, dass dieses Unterfangen damals am Beispiel der tauben Raubtiere (die von AIRRACE auf deren Tour 1983 supportet wurden) gelingen sollte, in den meisten Fällen jedoch zum Scheitern verurteilt war, wobei sowohl The Cage als auch Canterbury viel besser waren, als uns die damalige Presse weismachen wollte.

Was hat das Ganze nun mit AIRRACE zu tun? Nun, Gitarristin Laurie Mansworth (ex-MORE) und Keyboarder Toby Sadler (ex-WHITE SPIRIT) versuchten erst gar nicht mit Verweisen auf Ihre früheren Bands auf sich aufmerksam zu machen, sondern holten sich mit Jason Bonham sowie Produzent Beau Hill zwei klangvolle Namen ins Boot, um mit Ihrer komplett neuen Truppe AIRRACE eine ebenfalls ganz andere Richtung im Vergleich zu Ihrer Vergangenheit einzuschlagen. Allerdings kann Laurie Mansworth diese nicht ganz abschütteln und die Songs leben in erster Linie von ihren tollen Gitarrenmelodien und -riffs, welche hörbar immer noch in der NWOBHM verwurzelt sind. Zusammen mit Toby Sadlers Keyboard-Akzenten und vor allem der überragenden Gesangsleistung von Keith Murrel (ex-MOONTIER) hatte man aber nunmehr ganz klar die Fans von FOREIGNER, JOURNEY und vor allem BOSTON im Visier. Eigentlich ein schlaues Unterfangen, weil letztere ja bekanntlich nach Don’t Look Back nicht sonderlich aus dem Knick kamen.

Bereits der Opener ‘I Don’t Care’ macht klar, wohin die Reise geht: Tolle Melodien und ein großartiger Refrain mit dominanten Background Vocals, wie es die Vorbilder aus den Staaten selbst in Ihrer Glanzzeit nicht besser hinbekommen haben. Kurios: die Keyboardmelodie tönt ähnlich, aber weitaus unauffälliger als auf VAN HALEN’s ‘Jump’ aus dem gleichen Jahr. Das anschließende ‘Promise To Call’ kontert mit seinem relativ harten Gitarrenriff und seinem überragenden Gitarrensolo (und davon gibt’s jede Menge auf der Scheibe). ‘First One Over The Line’ schlägt in die gleiche Kerbe wie der Opener und ist DER ganz große Hit des Albums und für den Autor einer der besten Songs der 80er überhaupt: Ziemlich ungewöhnlich wechseln sich am Anfang Schlagzeug- mit Keyboardattacken ab, bevor alles in einem der besten Refrains kanalisiert wird, welchen die AOR-Welt jemals gehört hat – einfach grandios! Die nachfolgenden ‘Open Your Eyes’ mit seiner unwiderstehlichen Hookline, ‘Didn’t Wanna Lose You’ oder die Powerballade ‘Brief Encounter’ sind jedoch beinahe ebenbürtig und weitere Highlights auf einem der stärksten britischen Melodicrock-Werke. Mittelmäßige oder schwache Songs? Fehlanzeige!

Die Zeichen der Engländer standen damals also alles andere als schlecht, so konnte auch nach dem Release von Shaft Of Light nicht nur die Supportrolle für QUEEN auf deren The Works-Tour ergattert werden, sondern man schaffte es auch ins Vorprogramm von MEAT LOAF. 1986 jedoch verabschiedeten sich nacheinander Jason Bonham und Keith Murrel, was Mansworth veranlasste die Band vorübergehend aufzulösen. Erst über 20 Jahre später fanden AIRRACE (ohne Bonham) wieder zusammen um 2011 den Nachfolger Back To The Start, sowie 2018 Untold Stories zu veröffentlichen, auf denen die Band fast zu alten Glanzleistungen zurück findet.

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