SEVENTH KEY

Platz 218

SEVENTH KEY

The Raging Fire
2004
274 Punkte
My Score 98%
Community Score 91.0%

Reviewed by:

1. The Sun Will Rise 04:39
2. Always From The Heart 05:15
3. You Cross The Line 06:52
4. An Ocean Away 04:32
5. The Raging Fire 06:02
6. Sin City 05:12
7. It Should Have Been You 05:29
8. Run 04:20
9. Pyramid Princess 05:22
10. Winds Of War 06:09
11. Love Train (Japan Bonus Track) 04:45

Laufzeit: 53:52

Billy Greer vocals, bass
Mike Slamer guitars, keyboards
Jamie Thompson drums
Terry Brock background vocals

Im Jahr 2001 hatten sich die beiden STREETS-Mitglieder Billy Greer und Mike Slamer erneut zusammengefunden, um ein erstklassiges Album einzuspielen, das prompt wie eine Schnittmenge aus STREETS und KANSAS klingt. Wenig überraschend, da ein Teil der Lieder aus Resten von KANSAS‘ Songwriting-Sessions bestand und bereits in Demo-Fassungen vorlag.

Für den Nachfolger hat man sich drei Jahre Zeit gelassen. Diesmal stammen alle Lieder aus der Feder von Slamer und Greer und man hat auch das Gefühl, dass es sich um eine richtige Band handelt und nicht nur um ein Projekt. Während Billy Greer bei KANSAS eher die zweite Geige spielt, kann er sich bei SEVENTH KEY endlich richtig austoben und hat auch kein Problem damit, im Mittelpunkt des Interesses zu stehen.

Gibt man bei Spotify den Bandnamen ein, erscheint der Opener ‚The Sun Will Rise‘ mit großem Abstand an erster Stelle und das nicht zu Unrecht. Mehr Ohrwurm geht wirklich kaum! Was da Chöre aufeinandergetürmt werden, lässt schon fast Asia zu ihren Hochzeiten Anfang der 80er vor Neid erblassen. Und dann noch dieses Solo von Mike Slamer! In eine ähnliche Kerbe schlägt das hochemotionale ‚Always From The Heart‘, das damals auch auf der Heft-CD vom Rock It! vertreten war und mich seinerzeit vorab richtig begeisterte. Da kann ich mich gar nicht entscheiden, welches der größere Volltreffer ist. Der Opener ist der stärkere Ohrwurm, Lied Nr. 2 besitzt dafür mehr Dramatik.

Und es kommt noch besser. Das fast 7-minütige ‚You Cross The Line‘ sprengt eigentlich den herkömmlichen AOR-Rahmen komplett. Die ersten gut eineinhalb Minuten beginnen eher verhalten, bis man plötzlich von Slamer ein tonnenschweres Riff um die Ohren gehauen bekommt, das man eher bei Iommi erwarten würde. Der Refrain ist dann die pure Magie, da könnte ich stets eine Gänsehaut bekommen. Passenderweise erinnert mich das alles an BLACK SABBATH zu Headless Cross oder Tyr Zeiten. Was für ein Hammer. Allerdings hätte man dem Lied gerne ein ordentliches Ende verpassen können, statt es einfach auszublenden.

‚An Ocean Away‘ ist dann eine mächtige Midtempo-Hymne mit großartigem Chorus, bevor der atmosphärische Titelsong auf dem Programm steht. Gibt es eigentlich AOR-Doom? Nein? Das Lied würde dieser Stilrichtung recht nahekommen. Eine leichte Prog-Schlagseite hat das auch aufzuweisen, wobei das wieder auf eine Platte von BLACK SABBATH zu den Zeiten mit Tony Martin gepasst hätte. Dass sich Slamer hier wieder die Seele aus dem Leib soliert, sollte nicht unerwähnt bleiben. Volltreffer!

Bei ‚Sin City‘ geht es dann richtig deftig zur Sache, die Gitarre kracht und der Chorus schreit förmlich nach den Bühnen dieser Welt, wo die Fans aus vollem Herzen mitgröhlen können. Mit ‚It Should Have Been You‘ wird dann gleich um mehrere Gänge zurückgeschaltet und eine hochklassige Ballade an den Start gebracht, wie es Genre-Größen wie JOURNEY oder FOREIGNER nicht besser hätten hinbekommen können. ‚Run‘ überrascht dann mit harschen Riffs und teilweise Sprechgesang, die dem Lied einen eher modernen Anstrich geben, bevor der Chorus mal wieder alles wegbläst.

Exotisch geht es danach bei ‚Pyramid Princess‘ zu. Für den Pre-Chorus würden andere Bands töten, den eigentlichen Refrain erreicht kaum noch jemand. Völlig over the top ist dann aber der orientalische Instrumentalteil (hat da jemand „Kashmir“ gesagt?). Da klappt einem beim ersten Hören wirklich die Kinnlade runter.

Das epische ‚Winds Of War‘ bildet dann einen gelungenen Abschluss und kann es locker mit dem Titelsong und ‚You Cross The Line‘ mithalten. Ruhiger Anfang, bis die ersten Raketen fliegen und die fetten Riffs einsetzen. Greer liefert hier die beste Gesangsleistung des Albums ab, da darf dann natürlich ein erstklassiges Solo von Slamer nicht fehlen. Den Japan-Bonustrack ‚Love Train‘ hätte man sich gerne schenken können, denn der fällt meiner Meinung nach im Vergleich zum restlichen Material etwas ab.

Der Erstling war ja schon absolut gelungen, aber mit The Raging Fire haben die Jungs wohl neben THRESHOLDSs March of Progress mein Lieblingsalbum der letzten 20 Jahre abgeliefert. Abwechslungsreicher kann man diese Art von Musik kaum präsentieren. Die Gitarrenarbeit von Slamer ist absolut erstklassig und Greers Gesang steht dem kaum nach. Wobei man bei der Gelegenheit die Leistung von Terry Brock nicht vergessen sollte, der zum perfekten Gelingen der massiven Chöre viel beigetragen hat. Dass Mike Slamer dem Album einen großartigen Sound verpasst hat, überrascht dann nicht wirklich. Wem die Platte gefällt, kann ich bei der Gelegenheit gleich noch Nowhere Land von SLAMER ans Herz legen, weil hier ein Großteil der SEVENTH KEY Mannschaft an Bord ist. Greer singt da Background und Brock übernimmt die Lead Vocals. Insgesamt geht es etwas progressiver zur Sache, aber die Ohrwurmdichte ist ähnlich hoch. Oder Diamond Blue von Terry Brock, bei dem Mike Slamer wieder alle Fäden in den Händen hält. Da reiht sich auch Hit an Hit.

Ein absolutes Erlebnis war dann der Auftritt auf dem United Forces Of Rock 2005, denn sonderlich oft gab es die Truppe bisher nicht auf den Bühnen dieser Welt zu sehen. Ich verspreche, dass ich diesen Satz bei keinem weiteren Review verwenden werde, aber das war halt genauso faszinierend wie bei PRIDE OF LIONS, diese großartigen Musiker live erleben zu dürfen. Die beiden Engländer vor uns konnten es kaum glauben, wie textsicher meine Frau und ich bei ‚Always From The Heart‘ mitsangen…

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